7. Meistertitel für die ZSC-Lions

Da ist er also nun – der Meistertitel für die ZSC-Lions.

Die, die mich kennen, oder auch die, die mir regelmässig in der Hörbar zuhören, wissen es: ich bin seit Jahren ziemlich Fan von Ihnen. Nun denken sicher viele, ausgerechnet Frauen und Eishockey – aber das ist mir praktisch in die Wiege gelegt. Mein Vater spielte einst bei der AH (Alt-Herren) Mannschaft des EHC-Stuttgart und wir waren so ziemlich jedes 2. Wochenende bei den Heimspielen der 1. Mannschaft auf der Waldau (da waren auch schon kanadische Spieler mit dabei und ich hatte damals eine ziemliche Sammlung zerbrocherner Schläger mit Autogrammen ;) ). Meine Mutter meinte damals unbedingt, dass sie mich ins Eiskunstlaufen stecken müsste (und dem damit verbundenen Ballett) – ich bin lieber mit meinem Vater zu den Eishockeyspielen. Etwas was sie wohl nie begriffen hat ;)

Nun bin ich seit vielen Jahren Fan der Lions. Begonnen hat alles damit, dass mein Sohn Fan von ihnen war und mich irgendwann mal fragte, für wen ich denn “fanen” würde beim Eishockey in der Schweiz, wenn ich es denn täte. Mir fiel nicht gross was ein und ich fragte ihn natürlich, warum er mich das fragt… daraufhin er: nun du weisst ja dass Paps SC Bern-Fan ist und seine Freundin jetzt auch noch!!!! und da brauchte er einen familiären Beistand für seine ZSC Lions. Ich sagte ihm, dass wir ja mal ein paar Spiele guggen gehen können, dann könnte ich mich immer noch entscheiden – aber eigentlich für mich als Züricherin naheliegend einen Stadtverein zu bevorzugen. Das Ganze war in 2008 und in diesem Jahr wurden sie dann auch prompt Meister. Danach hatten sie eine Serie, die ihresgleichen wirklich sucht, denn im Jahr darauf gewannen sie die Champions-Hockey-League in einem phänomenalen Finale gegen Metallurg Magnitogorsk (RUS)  (was war das für ein tolles Eishockey-Spiel in Rapperswil damals – einfach nur “wow”) und besiegten auch noch den Victoria-Cup-Gewinner, die Chicago Blackhaws. Einen besseren Einstieg als Fan hätte ich mir nicht wünschen können. Die Champions-Hockey-League ist leider danach abgeschafft worden und so wird wohl der ZSC hier der einzige Sieger jemals bleiben.

Und dann dieses Jahr eine Playoff-Serie, die man dem 7. der Qualifikation so echt auch als Fan erstmal nicht zugetraut hätte. Im Viertelfinale schlugen sie den HC Davos zu Null in der Serie, im Halbfinale den EV Zug ebenfalls zu Null. Und der Gegner im Finale hiess wie so oft SC Bern. Und in dieses Playoff-Finale (Best of 7) startete der ZSC mehr als bescheiden und lag schon bald nach Spielen 3:1 hinten. Und da uns SF2 die Spiele live überträgt, war ich am fiebern wie blöde vor meinem TV. Doch plötzlich zeigten die Löwen doch ihre Zähne so richtig und spätestens nach dem 6.Spiel am vergangenen Samstag war ich wieder total begeistert von dem Kampfgeist der Truppe. Das war ein Spiel – wie wenn es gegolten hätte, alle bisher nicht geschossenen Tore in einem Spiel nachzuholen. Eigentlich war ich am zappen zwischen dem Quiz im ZDF und dem Spiel, weil die vorherigen Spiele nicht gerade mit einer Torflut geglänzt hatten. Das hab ich im 1. Drittel auch richtig durchgezogen – immer mal wieder vom Quiz aufs Spiel – allerdings nicht mehr im 2. Drittel – da fielen plötzlich die Tore im Sekunden-Takt – zuerst mal für den ZSC – und dann – als es schon 3:0 für den “Zätt* (wie er von uns Fans liebevoll genannt wird)stand und man dachte, man könnte sich etwas entspannen, fielen auch schon die Anschlusstreffer für den SC Bern. Vor Drittelsende gabs dann noch das 4:2 für den Zätt und auch im letzten Drittel sollte man kaum zur Ruhe kommen. Das Spiel war schnell und agil und ging oft von Torraum zu Torraum. Gleich nach Anpfiff gelang gleich mal wieder den Bernern der Anschlusstreffer – bis dann 5 Min später der ZSC den alten Abstand wieder herstellte. Als die Berner bei Bully vor dem ZSC-Tor dann auch noch ihren Goalie herausnahmen, um mit einem 6. Mann evtl nochmal den Anschlusstreffer zu machen, traf der Zätt ins leere Berner Tor zum Endstand von 6:3 und in der Serie hiess es dann 3:3 und das heutige Spiel sollte alles entscheiden – also auf nach Bern. Dabei sei noch erwähnt, dass der Züricher Trainer Bob Hartley dem langjährigen, hochverdienten Ari Sulander (früherer FIN-Nationalgoalie, 14 Jahre bei den Lions) und immer eine Bank im Tor noch die letzten 30 sek. im Züricher Hallenstadion zu seinem Profi-Ende gegönnt hat und dieser frenetisch gefeiert wurde. Er wurde auch beim Publikums-Ranking am Schluss des Spiels zum besten Spieler gewählt als Hommage der Fans. Ich weiss noch wie die Finnen im Halbfinale der Champions-Hockey-League ganz verdutzt fragten: Ari spielt IMMER noch????? – es war eine tolle Zeit mit ihm als Torwart der Lions – vielen Dank dafür Ari

Da die Berner eine wirklich starke Heimmannschaft sind (ganz generell eine starke Truppe) war ich glaub ab kurz nach 20 Uhr nicht mehr wirklich ansprechbar und sass mit dem Laptop “bewaffnet” auf dem Sofa, um mit anderen über das Spiel wenigstens zu twittern, wie so oft schon. Auch einige Bern-Fans sind in meiner TL und so gabs da auch immer mal so die eine oder andere Stichelei ;) – Der ZSC war auch der, der kurz vor Ende des 1. Drittels den Führungstreffer erzielte, obwohl zweifellos die Berner die besseren und weitaus zahlreichere Chancen hatte in diesem Abschnitt. Aber Lukas Flüeler im Züricher Tor war heute “The Wall”. Gleich zu Beginn des Mitteldrittels (und irgendwie hatte ich auch schon so ein Bauchgefühl) glichen dann die Berner zum 1:1 aus. Dieses hielt dann auch noch bis ins letzte und entscheidende Drittel (wenn man nicht auf eine Verlängerung spekuliert) und da ging es in der Schlussphase auf dem Eis echt rund. In den letzten Minuten drückten die Züricher immer mehr, nachdem auch vorher schon wieder die Berner die Oberhand im Spiel hatten, dies aber einmal mehr nicht verwerten konnten. Und als ca 2 Min vor Schluss dann die Züricher wieder zu einem Angriff starteten und gefährlich vors Berner Tor kamen und dort ein solcher Tumult plötzlich herrschte, dass der aussen frei stehende Mc Carthy den Puck erwischte und voll ins Berner Tor (und auch Berner Herz) 2 1/2 sek vor Schluss der Partie! schoss, war für alle Züricher kein Halten mehr vor Freude. Ein wahrlich umstrittenes Tor,  mit einem am Boden sitzenden Goalie und ziemlich viel Tohuwabohu im Torraum, aber die Schiedsrichter gaben das Tor nachdem sie es sich mehrmals in verschiedenen Zeitlupen anschauten und so stand praktisch schon fest, dass mit diesem Tor die 7. Schweizer Meisterschaft der ZSC Lions besiegelt war.  Ein Tor, dass sicherlich auch noch im Nachhinein zu einigen Diskussionen Anlass geben wird und ich hab mir fast gewünscht, als die Schiris es überprüften, dass sie es nicht geben sollen, sondern, dass wir lieber KLAR gewinnen sollten. Aber sie gaben den Treffer und nur das zählt jetzt letztendlich. Ich kann aber auch jeden Berner Fan verstehen, wenn er hier frustriert ist, denn auch ich als ZSC-Fan sehe den Treffer recht skeptisch. Aber nichts destotrotz hab ich glaub  nicht nur das ganze Haus zusammen geschrien, sondern auch noch die ganze Strasse :D – ich hab mir sogar noch überlegt, ob ich die Freinacht (das ist, wenn in der Schweiz die Gastro-Betriebe keine Sperrstunde haben) nutzen soll und so gegen 2 Uhr auch die Ankunft der ZSC-Cracks aus Bern mitfeiern soll. Aber ich bleib wohl doch zuhause und freu mich hier halt wie ein Schnitzel.

Und dass ich so richtig Fan bin, das sieht man an meinem Auto – welches auf der Haube den Löwenkopf des ZSC hat und an beiden Seiten jeweils das ZSC-Logo prangt (mit welchem ich gerade nicht wirklich nach Bern fahren wollte ;) – und wenn man über meinen Arbeitsplatz am Rechner schaut, was sieht man dann???: Der ZSC hat sich nach einer schon fast verloren geglaubten Playoff-Final-Runde wieder herangekämpft und wirklich gefightet bis zum Schluss. Das ist TEAM. Das kann auch kein Trainer der Mannschaft beibringen, dass sie wirklich kämpft und alle Kräfte bis zum Schluss total mobilisiert. Insofern haben sie diese Meisterschaft verdient gewonnen und in der nächsten Saison werden die Karten eh neu gemischt.

Etwas gewöhnungsbedürftig ist der Siegerpokal – der etwas wie ein grosses, geschwungenes Bierglas anmutet – hier stemmt ihn der Captain Mathias Seger In dessen Mitte wird jedes Jahr ein goldener Puck versengt mit der Gravur des Siegerteams.

So und jetzt lass ich den tollen Sportabend ruhig ausklingen und kann mich sportlich voll und ganz auf meine Gladbacher konzentrieren und da weiterhin verfolgen, ob sie sich noch für die CL qualifizieren in den letzten Spielen der Saison (und im Juni geht auch schon die EURO 2012 los).

18. April morgens: Noch ein kleiner Nachtrag, weil ich einfach schmunzeln musste. Wenn anderswo Spieler mit Limousinen etc. abgeholt werden, ist doch unser Mathias Seger ein wirklich bodenständiger Kerl – so fuhr er am heutigen Morgen nach der Feier mit den Fans in Oerlikon(nach der Heimkehr aus Bern) mit dem Meisterpokal im Tram nach Hause (oder zur Radiostation und dann nach Hause) – sowas gibts wirklich nur in Zürich ;)

Bis bald mal wieder

Ach ja – hier noch ein kleiner Nachtrag für meine Hörbar-Kollegen und Hörer. Ich hab mir vorkurzem ein Esprit-Kleid geleistet (und damit es so richtig gut sitzt, muss ich noch ca. 2-3 kg abnehmen) aber es ist gefordert worden, dass man das gerne sehen möchte. Also hier (heute mit einem T-Shirt drunter, weil es noch zu frisch war temperaturmässig für Achselfrei) – meine Schnuggita hat bei meinem Besuch bei ihr mal kurz auf den Auslöser gedrückt, als wir auf dem Balkon zum rauchen waren.

So – das wars mal wieder für heute – eine glückliche Debbie geht lächelnd jetzt ins Bett. Ich glaub ich krieg das Grinsen heute abend seit ca. 22 Uhr gar nicht mehr aus dem Gesicht ;)

Euch einen schönen Tag – bis demnächst mal wieder

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